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Die Geschichte der modernen Feuerwehr

Wenn es um ehrenamtliche Tätigkeiten geht, gehört die Feuerwehr zu den Beliebtesten dieser Kategorie auf deutschem Boden. Nach dem Stand von 2015 gibt es in Deutschland fast 100.000 ehrenamtliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Während sie verpflichtend in jeder Gemeinde vorhanden ist, gibt es tatsächlich nur wenige Orte, die eine Berufsfeuerwehr besitzen. Im Vergleich sind lediglich etwa 30.000 Personen bei der Berufsfeuerwehr festangestellt. Bezüglich der Einsätze ist es überraschend, dass tatsächlich nicht Feuerausbrüche, sondern mit über 2 Millionen Einsätzen die Notfallrettung der Grund für die Alarmierung der Löschtruppen ist. Die Zahl spricht für sich. Es ist unumstritten, dass eine gutausgebildete Feuerwehr heute ein wichtiger Teil der Lösung in Notfall- und Katastrophensituationen ist. Ein kurzer Blick in die Geschichte, angefangen von der Antike, wird uns aber zeigen, dass dies nicht immer so der Fall war.

 

 

SOURCE: Photo by Pxhere, CC0 Public Domain

Private Löschgruppen im alten Rom

Der berühmteste Stadtbrand der Antike ist zweifelsohne der große Brand von Rom, der im Jahre 64 neun Tage lang kaum unter Kontrolle gebracht werden konnte. Das Ausmaß der Zerstörung war so gewaltig, dass man bald von einer geplanten Tat des Kaisers Nero ausging. Dieses Gerücht konnte bis jetzt nicht bewiesen werden. Sicher ist aber, dass Brandschutz ein leidiges Thema der Antike war. Infolge von engen Straßen, schlechtem Baumaterial und beschränktem Zugang zu Wasser waren kleinere Feuerausbrüche fast alltäglich. Weiterhin ist bekannt, dass im Rom lange Zeit Löschtruppen von privaten Persönlichkeiten der Öffentlichkeit gegen Entgelt zur Verfügung gestellt wurden. Dabei übernahmen Sklaven die Brandschutzaufgaben. Sie waren, neben einfachen Werkzeugen wie Eimer oder Leiter, mit technischen Mitteln wie Pumpen, Schläuchen oder Spritzen ausgestattet, welche die Brandlöschung vereinfachten. Das Fehlen einer öffentlichen Feuerwehr war dennoch ein großes Problem, so dass es sogar für politische Zwecke eingesetzt wurde. Marcus Egnatius Rufus stellte eine private Feuerwehrmannschaft aus Sklaven auf, die er kostenlos der römischen Bevölkerung anbot. Infolgedessen vergrößerte der geschickte Senator seine Anhängerschaft und stieg die Karriereleiter in Rom nach oben.

Mittelalter – Zeitalter der Stadtbrände

Wie viele andere Errungenschaften, verschwanden auch die technischen Mittel zur Brandbekämpfung in den Tiefen der dunklen Zeitalter. Erst im 16. Jahrhundert sollten die Feuerspritze und der Schlauch wiedererfunden werden. Dazu kamen die strukturellen Probleme der mittelalterlichen Städte. Trotz Feuerverordnungen oder Löschwasserteiche wurden teilweise ganze Städte in Brand gesetzt. 1327 wurde zum Beispiel ein Drittel Münchens niedergebrannt. Bautzen und Lübeck wurden mehr als nur einmal in ihrer Geschichte durch Feuerausbrüche zerstört. Trotz zahlreicher Brandkatastrophen war dennoch nicht die Feuerwehr, die als Institution erfolgreich aus dieser Problematik hervorging, sondern das älteste Versicherungsunternehmen in Hamburg die Rettung. Die Hamburger Feuerkasse ersetzte den Schaden in Brandfällen und verhinderte somit das zahlreiche Unternehmen als Folge der Katastrophe bankrott gingen.

Napoleons Fingerabdruck im Brandschutz

Die ersten Schritte, die zur modernen Feuerwehr, wie wir sie heute kennen führten, wurden unter Napoleon Bonaparte in Frankreich gesetzt. Trotz seiner politischen Karriere, war Napoleon in erster Linie ein General, was in seinem privaten sowie öffentlichen Leben allzu ersichtlich war. Seine Wertschätzung für Strategiespiele im privaten Bereich zum Beispiel wurden auch im Schlachtfeld ersichtlich, da er deren Strategien im Gefecht einsetzte. Ähnliches geschah auch bezüglich der Brandschutzmaßnahmen in Paris. Als 1820 die österreichische Botschaft in Paris Feuer fing, war Napoleon unter den Gästen einer Veranstaltung des Botschafters. Er sah die Schwierigkeiten bei der Löschung mit eigenen Augen, woraufhin er ein Dekret veranlasste, welches der Feuerwehr in Paris einen militärischen und ehrenamtlichen Charakter verlieh. Von Paris aus verbreitete sich die Idee der disziplinierten und straff organisierten Löschtruppen. Obwohl es damals noch französischer Boden war, gilt die Feuerwehr der Stadt Saarlouis als älteste freiwillige Feuerwehr Deutschlands, die nach Napoleons Vorbild ihre Truppen organisierte.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Arbeit der Feuerwehr durch technische Weiterentwicklungen wie die Motorisierung verbessert. Effektivität und Zielsicherheit nahmen im Laufe der Zeit zu und machten sie zu Lebensrettern in sämtlichen Fällen. Für uns heute ist es fast schon zu einem Reflex geworden in Brand- und Notfallsituation die 112 zu wählen und Hilfe von der Feuerwehr zu bekommen. Und dafür können wir sehr dankbar sein.

 

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